Zukunftsträumerei

Stell dir vor, du biegst in einen einsamen unwegsamen Waldweg ein. Er scheint ins Nichts zu führen,  hohe Buchen lassen immer wieder die warmen Strahlen der Sonne  zu dir runter blitzen. Doch schon nach der nächsten Biegung erwartet dich ein grobes Holztor. Langsam steigst du aus deinem Jeep, klopfst dir den Staub von den Hosen und lauschst den Geräuschen hinter dem hohen Zaun: das Schnauben von Pferden, lachende Kinderstimmen und  aufgeregtes Hundgebell.   Tief atmest du reine Sommerluft ein und öffnest den großen Riegel am Tor, um es vorsichtig ein Stück weit aufzuschieben. Eine fröhliche Hundeschnauze drückt sich an dein Bein, das weiche Fell ist warm und glänzt im hellen Licht.

Es ist schön einfach zuzusehen, wie ein wilder kleiner Junge sein Pony vor dem kleinen Holzhaus mit der schönen Terrasse hertreibt. Der Wind wirbelt sein langes von der Sonne von blonden Strähnen durchzogenes Haar, auf seinem Gesicht liegt ein Lachen. Er winkt dir zu und ruft etwas. Im Schatten eines Baumes liegt ein Mädchen mit langem rotem Haar im Gras und Hunde laufen um sie herum. Als die kalte Schnauze ihr Gesicht berührt, quietscht sie fröhlich.

Du gehst den staubigen Weg zwischen Paddocks und Wiesen bis zum Haus. Als du die kleine Treppe auf die Veranda hochsteigst, erscheint in der Tür ein Mann, groß mit aufmerksamen Augen in seinem noch jugendlichen Gesicht. Du spürst, eine Träne deine Wange herunter perlen, als er dich in seine Arme schließt. Du bist angekommen, in Sicherheit,  weit weg von allem, was dir so lange so viel Angst gemacht hat. 

Und doch öffne ich die Augen und weiß, es ist noch ein sehr langer Weg bis ich sie habe, meine Freiheit, meine Horde, meine Liebe.

About the author: Belkala

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