Sinn des Lebens

In letzter Zeit kamen unsere Gespräche immer wieder auf die Frage nach dem eigentlichen Sinn des Lebens, die Angst nichts zu hinterlassen und bewirkt zu haben, wenn es denn mal vorbei sein soll.

Gehe ich die Sache ganz profan an, könnte ich behaupten, es ginge bei der Sinnhaftigkeit unser Existenz um den Rassenerhalt – eben die Fortpflanzung. Ist so schön einfach und wäre noch schöner, wenn es uns reichen würde. Dem ist nicht so…

Was ist uns wichtiger, geliebt worden zu sein, Denkanstöße geliefert zu haben oder letztendlich doch nur beruflicher Erfolg? So unterschiedlich wir sind, so unterscheiden sich sicher auch die Prioritäten in dieser Hinsicht. Höchstwahrscheinlichverschieben sie sich auch mit dem zunehmenden Alter. Ein Kind will – naiv wie es nun einmal ist – vieleicht einfach mal berühmt werden, ein Jugendlicher etwas bewirkt haben und manch ein Erwachser sieht sein Erbe im Leben seiner Kinder.

Aber irgendetwas muss uns doch motivieren an diesem Leben festzuhalten, etwas das stärker ist als nur Spaß zu haben oder irgendeinen Job zu bekommen. In den Stunden, wo es einem einfach nur dreckig geht und der Lebensmut schwindet, wo man ganz hart auf sich selbst zurückfällt, schlängeln sich die Dinge nach vorne, die im Alltag gar nicht so bewusst sind und nur im Verborgenen glühen.

Wenn man sich bewusst macht, dass alle weiterleben können, selbst wenn man nicht da ist, dass man für niemanden das Elixier bildet, welches das Leben ausmacht, so können es doch auch die anderen nicht für mich sein. Also liegt es in mir, was weiterleben will, was mir einen Sinn gibt. Neben dem Schmerz über die verlorenen Vorstellung davon, dass man ersetzbar oder sogar ein Stück weit überflüssig ist, bedeutet dieser Gedanke auch eine Befreiung – und eine unglaubliche Macht. ICH bestimme, was wichtig ist und was nicht, wohin es gehen soll und wer mich begleitet.

Ich glaube, dass wir uns alle nur selbst einen Sinn geben, den kein anderer verstehen kann, dass wir uns ganz innen drin trotz allem lieben und erhalten möchten. Sich selbst abzulehnen lernen wir durch den Blick durch die Augen anderer auf uns, durch das Nichterfüllen fremder Vorgaben. Wir halten uns selbst am Leben. Es spornt uns an, dem eigenen Anspruch ein Stück näher zu kommen, da alles andere im Leben vergänglich ist und mit den Jahren mal an Wichtigkeit gewinnt, sie aber auch wieder verliert.

Der Sinn des Lebens scheint für mich zu sein, mit sich ins Reine zu kommen, Ruhe einkehren lassen zu können in die Hatz nach den fremden Prioritäten und Diktaten. Man selbst zu werden.

About the author: Belkala

Leave a Reply

Your email address will not be published.