NEU! Der WILDFLOWERS Kalender 2020 designed by die|site

Die Meere aus Wiesenschaumkraut aus Kindertagen sind Geschichte, der knallige Klatschmohn neben dem Sumpf ist weg, genau wie das kleine Springkraut „Krückchen rühr mich nit aan“, das unseren Weg säumte. Besonders stolz waren wir immer auf die Schlüsselblumen am Mühlengraben. So scheint jedes Jahr eine andere hiesige Blume aufzugeben…

Alarmiert begann ich die diesjährigen Wildblumenbestände zu fotografieren und zu bestimmen. Gefasst auf viele neue Enttäuschungen, musste ich jedoch feststellen, dass es mehr ein Sich-verändern ist, was sich mir zeigte. Es gibt neue, teils auch invasive pflanzliche Mitbewohner in unseren Gefilden, wie das drüsige Springkraut oder der als Herkulesstaude bekannte Bärenklau.

Sie verdrängen auf der einen Seite heimische Wildblumen und -pflanzen, sind aber andererseits auch Teil einer neuen Flora, die durch veränderte Klimabedingungen, verwilderte Zierbeplanzung und die teils intensive Bewirtschaftung unserer Wiesen und Acker entsteht. 

Ohne tiefgreifende biologische oder ökologische Kenntnisse, resümiere ich als Zwischenfazit, dass es viele und auch verschiedenartige Wildblumen gibt – nur eben nicht mehr die Auswahl und Verteilung wie noch vor einigen Jahren. Ich habe

viel mehr Schwertlilien gefunden, die dieses Jahr geradezu massenhaft wachsenden Mädesüß waren früher hier eine Seltenheit und gerade blühen hunderte wunderschöne Wasserminzeblüten am kleinen Bach – viel mehr als je zuvor. 

Kein wirklicher Trost, wo der Mensch die Veränderungen ja überhaupt angestoßen hat, aber nichtsdestotrotz gut zu sehen, dass Mama Erde eine Antwort darauf findet, jedenfalls in puncto Wildblumen, so scheint es. Survival of the fittest…